Steuerliche Informationen ab dem Veranlagungsjahr 2018

Marc-Andreas Hustedt

Dipl.-Betriebswirt & Steuerberater

I. Invest­ment­steu­er­re­form­ge­setz / Abgel­tungs­steuer

Im Bereich der Besteue­rung von in- und aus­län­di­schen Fonds wurde durch das Invest­ment-steu­er­re­form­ge­setz eine grund­le­gende Reform her­bei­ge­führt. Es ist daher von ent­schei­den­der Bedeu­tung, dass wir einen voll­stän­di­gen Über­blick über sämt­li­che Fonds­an­teile von Ihnen ha-ben. Die Unter­schei­dung, ob ein in- oder aus­län­di­scher Fonds vor­liegt, hängt von der Verwah-rung des ent­spre­chen­den Fonds ab. Um diese Ein­ord­nung tref­fen zu können, benö­ti­gen wir von Ihnen für jeden Fonds, an wel­chem Sie par­ti­zi­pie­ren, die soge­nannte ISIN, die zwölf­stel­lige Buch­sta­ben-Zahlen-Kom­bi­na­tion, welche die inter­na­tio­nale Wert­pa­pier­kenn­num­mer dar­stellt.

Des Wei­te­ren rei­chen Sie uns bitte jähr­lich für jeden Fonds die Depo­t­auf­stel­lung sowie die Er-träg­nis­auf­stel­lung ein. Für das Jahr 2018 benö­ti­gen wir ein­ma­lig auch die Depot- und Erträg­nis-auf­stel­lung auf den 31.12.2017, da die neue Rechts­lage ab dem 01.01.2018 greift und die Wert­stei­ge­rung ab dem 01.01.2018 ent­schei­dend ist.

Letzt­lich benö­ti­gen wir noch die Infor­ma­tion, wann die von Ihnen gehal­te­nen Fonds­an­teile er-worben wurden. Ent­schei­dend ist hier, ob dies vor oder ab dem 01.01.2009 erfolgte.

Wir möch­ten Sie zudem wie bisher darum bitten, uns für Ihre sämt­li­chen Kapi­tal­er­träge Jah-res­steu­er­be­schei­ni­gun­gen“ bzw. „(Einzel-) Steu­er­be­schei­ni­gun­gen“ her­ein­zu­rei­chen. Diese be-kommen Sie ggf. nur auf Anfrage von Ihrer Bank. Hierzu gehö­ren auch die von Ihnen durch Frei­stel­lungs­auf­trag“ von der Abgel­tungs­steuer frei­ge­stell­ten Kapi­tal­er­träge. Zudem setzen Sie uns bitte von Kapi­tal­er­trä­gen in Kennt­nis, die nicht der Abgel­tungs­steuer unter­le­gen haben (z.B. Erträge aus dem Aus­land oder aus pri­va­ten Dar­le­hens­ver­trä­gen, ggf. unter Ange­hö­ri­gen).

Bitte über­prü­fen Sie die von uns in Ihrer anlie­gen­den Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung ange­ge­be­nen Kapi­tal­er­träge auf Ihre Voll­stän­dig­keit und teilen uns fest­ge­stellte Abwei­chun­gen mit.

II. Hand­wer­ker­leis­tun­gen / Haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen
Für Hand­wer­ker­leis­tun­gen“, Haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen“, Haus­halts­hil­fen“ und Pflege- und Betreu­ungs­leis­tun­gen“ gibt es eigen­stän­dige Steu­er­er­mä­ßi­gun­gen. Diese umfas­sen alle die Leis­tun­gen, die in einem inlän­di­schen Haus­halt erbracht wer¬den.
Zu den begüns­tig­ten Leis­tun­gen zählen neben den eigent­li­chen Reno­vie­rungs-, Erhal­tungs- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men ins­be­son­dere auch die Repa­ra­tur, War­tung oder der Aus­tausch von Hei­zungs­an­la­gen sowie die Repa­ra­tur und War­tung von Gegen­stän­den im Haus­halt (z. B. Wasch­ma­schine, Geschirr­spü­ler, Herd, Fern­se­her, PC) und Auf­wen­dun­gen für die Gar-ten­ge­stal­tung und –pflege und den Schorn­stein­fe­ger. Begüns­tigt sind nur die Arbeits­kos­ten und die Maschi­nen- und Fahrt­kos­ten. Es ist des­halb unbe­dingt not­wen­dig, dass diese Kosten in der Rech­nung sepa­rat ausgewie¬sen sind (kein Pau­schal­preis). Die begüns­tig­ten Aufwen-dungen sind durch ent­spre­chende Rech­nungs­be­lege sowie den die Zah­lung doku­men­tie­ren­den Kon­to­aus­zug nach­zu­wei­sen, jeweils im Ori­gi­nal. Die Vor­lage einer Bar­quit­tung reicht nicht aus.
Bitte prüfen Sie, ob o. g. Kosten ange­fal­len sind und rei­chen uns ggf. geeig­nete Unter­la­gen nach.

III. Bau­kin­der­geld
Als staat­li­che För­de­rung für Haus­halte mit Kin­dern wurde, als Zuschuss zum Immo­bi­li­en­kauf oder –bau, das sog. Bau­kin­der­geld ein­ge­führt. Bezu­schusst wird der Erst­erwerb einer selbstge-nutz­ten Wohn­im­mo­bi­lie für Haus­halte mit Kin­dern mit dem Ziel der Wohn­ei­gen­tums­bil­dung.
Den Antrag stel­len kann jede natür­li­che Person,

  • die (Mit-)Eigentümer von selbst­ge­nutz­tem Wohn­ei­gen­tum gewor­den ist und
  • die selbst kin­der­geld­be­rech­tigt ist oder mit der kin­der­geld­be­rech­tig­ten Person in einem Haus­halt lebt und
  • in deren Haus­halt min­des­tens ein Kind gemel­det ist, das zum Zeit­punkt der Antrag­stel­lung das 18. Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat und für das im Haus­halt eine Kinder-geld­be­rech­ti­gung vor­liegt und
  • deren zu ver­steu­ern­des jähr­li­ches Haus­halts­ein­kom­men EUR 90.000,00 bei einem Kind, zuzüg­lich EUR 15.000,00 je wei­te­rem Kind nicht über­schrei­tet. Das Kind muss die oben genann­ten Bedin­gun­gen erfül­len.
    Geför­dert wird der erst­ma­lige Neubau oder Erwerb von Wohn­ei­gen­tum zur Selbst­nut­zung in Deutsch­land. Ist bereits selbst­ge­nutz­tes oder ver­mie­te­tes Wohn­ei­gen­tum zur Dau­er­nut­zung in Deutsch­land vor­han­den, ist eine För­de­rung mit dem Bau­kin­der­geld aus­ge­schlos­sen.
    Die För­de­rung erfolgt durch einen Zuschuss in Höhe von EUR 1.200,00 pro Jahr für jedes Kind unter 18 Jahren, über einen Zeit­raum von maxi­mal zehn Jahren. Ins­ge­samt können Sie EUR 12.000,00 für jedes Kind erhal­ten, wenn Sie das errich­tete oder erwor­bene Wohn­ei­gen­tum unun­ter­bro­chen zehn Jahre selbst für Wohn­zwe­cke nutzen.
    Sie bean­tra­gen den Zuschuss im KfW-Zuschusspor­tal (www​.kfw​.de/​z​u​s​c​h​u​s​s​p​ortal), nach­dem Sie in das Wohn­ei­gen­tum ein­ge­zo­gen sind.
    Soll­ten bei Ihnen die oben genann­ten Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen, spre­chen Sie uns gerne an. Wir ermit­teln und prüfen für Sie ins­be­son­dere das zu ver­steu­ernde Haus­halts­ein­kom­men.
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